Silvester... Für die einen ein besinnlicher Abend, für die anderen die größte Party des Jahres!
Ganz Chile versammelt sich jedes Jahr wieder an der Küste, um das neue Jahr mal so richtig zu begrüßen. Das lassen die Küstenstädte natürlich nicht einfach so über sich ergehen: Man spricht vom größten Feuerwerk der Welt! Auf 22 km Küstenstreifen waren Feuerwerksbatterien aufgebaut, damit auch ja Valparaiso, Vina del Mar und Concon komplett hell erleuchtet wurden. Insgesamt wurde fast eine halbe Stunde lang der Himmel von den schönsten und prächtigsten Raketen geziert. Da blieb mir teilweise echt die Luft weg... Obwohl das vielleicht auch einfach dadran lag, dass die ganzen Raketen auch einen enormen Qualm erzeugten, der bei teilweise ungünstigem Wind statt von der Küste Richtung Meer dann lieber doch Richtung Stadt zog.
Doch trotz der Menschenmenge etwas komisches:
Das Feuerwerk ist wohl das hellste, aber es wurden nur Raketen der Stadt gezündet. Kaum ein Privathaushalt zündete Raketen. Und Böller hörte man auch kaum. Es war also quasi das hellste und größte Silvester, aber dabei dann doch auch das leiseste. Klingt komisch, ist es aber auch. Wobei diese vermeintliche Ruhe natürlich nicht ewig halten kann. Kurz nachdem das Feuerwerk zu Ende war, ertönte von der Küste her Musik. Undzwar laut. Open-Air durfte man für 25.000 Pesos (30 €) 3 Bühnen genießen. So hieß die Werbung der größten Party in Valparaiso. Uns war das zu teuer und die größte Party muss ja auch nicht gleich die beste sein. Also ließen wir den Abend in einer Disco ausklingen... Bis um 6 Uhr morgens. Im jugendlichem Leichtsinn haben wir uns kein Hostel gebucht, sondern nur die Busfahrt. Wäre ja nicht die erste Nacht, die man durch feiert. Und dann zu Silvester... wäre doch gelacht.
War dann aber doch irgendwie recht anstrengend. Vor allem, als wir dann um 7 am Busbahnhof standen und noch eine Stunde warten mussten. Ich fühlte mich recht fertig. Im Gegensatz zu anderen war ich allerdings noch top fit. Als ich mich umsah, war ich irgendwie an schlechte Zombiefilme erinnert. Der ganze Bahnhof voller Leute, die so dachten wie wir. Nur eben die meisten am pennen. Kreuz und quer in den Gängen lagen haufenweise Leute, mal mehr, mal weniger gemütlich. Nach relativ guten Gesprächen ("- Wie war bei dir? - Gutgut Und bei dir? - Auch.") wartete man gemeinsam und schwieg. Und kurz bevor man selbst im sitzen eingeschlafen ist, die Augen geschlossen, das Feuerwerk im Sinn, verzogen sich ein bisschen die Lippen. Ein kleines Grinsen. Kaum zu merken, schlecht zu sehen. Doch machte man die Augen auf und achtete drauf, war es allgegenwärtig. Ein leichtes Grinsen. Eins, das sagte: Nächstes Jahr wieder!
Ich hoffe, das eure Silvesterpartys mindestens genauso spektakulär und einzigartig waren, wie es meine war!
Frohes neues Jahr!
Donnerstag, 1. Januar 2009
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