Diashow: El Tabito

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Sonntag, 21. September 2008

Dieciocho

So wird der Nationalfeiertag hier genannt. Passenderweise, weil er am Dieciocho de Septiembre ist. Also am 18.09. jedes Jahr. Hintergrundinformationen wollte ich eigentlich in diesen Monatsbericht packen, aber der zweite, der sechste und der zwölfte Monatsbericht werden von meiner Organisation "vorgegeben". Deswegen verlagere ich den Dieciocho auf den nächsten Monatsbericht und hoffe, dass ihr die Spannung noch aushalten könnt und mit diesen Monatsbericht, der vielleicht noch offene Fragen beantwortet, erstmal vorlieb nehmt. Zu erwarten ist er am Dienstag oder Mittwoch rum.
Was ich an dem Achtzehnten des Septembers gemacht habe, kann ich ja aber so nochmal kurz schreiben. Aber alles der Reihe nach:
Ich hab eigentlich angekündigt, dass ich diese Woche frei hätte, aber erstens kommt es immer anders und zweitens, als man denkt. (1 € oder 780 Pesos fürs Phrasenschwein ;-) )
Montag hab ich mich wieder in der Schule aufgehalten. Und mir auch gleich einen schönen Sonnenbrand geholt. Es ist hier Jahreszeitlich gesehen noch Winter, aber heute ist es zum Beispiel auch wieder locker über 20 Grad... Schon nicht verkehrt ;-)
Den Sonnenbrand hab ich gekriegt, weil ich Rasen "mähen" musste. Elektrischer Kantentrimmer, Heckenschere (ja, die Dinger, die ich sonst bei Oma sehe) und einer Harke. Ich denke, wir sind für die Verhältnisse sogar recht weit gekommen. Um 2 war dann aber Schluss und Miguel hat uns zu sich wieder eingeladen. Könnte man sich dran gewöhnen :-)

Dienstag war für uns dann komplett frei und Mittwoch mussten wir nur kurz in die Schule, um noch ein paar Stühle zu tragen. Aus dem "kurz" wurde dann irgendwie von 9 bis 13 Uhr. Haben zuerst gefrühstückt, dann geschnackt, Stühle getragen, weiter geschnackt, im PC-Raum gesessen und geschnackt und irgendwann sind wir dann wieder nach Hause. Wäre jeder Arbeitstag so, ich würd mich was schämen ;-)

Donnerstag war dann endlich der 18. Wir sind wieder bei Miguel eingeladen gewesen und haben mit ihm, seiner Frau, dem Bruder seiner Frau und deren Eltern gemeinsam gegessen, angestoßen und den Tag sehr nett verbracht. Zum Abend hin wurde dann eine von Miguel angepriesene Discothek ausprobiert. Es war super nett, aber hat auch die Widersprüche hier ein bisschen offen gelegt. Als blonder Deutscher wurde man viel herzlicher aufgenommen, als alle anderen. Die Problematik und Hintergründe werde ich im 3. Monatsbericht auch noch einmal aufarbeiten.

Nach dem Dieciocho kam aber auch der Tag danach.
Traditionell wird am 19.09. eine große Militärparade gehalten. Wir hatten mehr als Glück und konnten uns das ganze Spektakel von einer Tribüne aus angucken. Die Sprachschule, in der ich noch fleißig lerne, hat uns 4 Karten gegeben, damit wir uns das als Touris mal angucken können.
Zusammengefasst: Es war gewaltig!
Soviele Leute, die im Gleichschritt marschieren, ihre Waffen halten, Märsche spielende Musikkapellen, Flugzeuge... Ich war echt schwer beeindruckt. Auf der einen Seite muss das ein Riesenaufwand gewesen sein. Auf der anderen Seite, seh ich da den Sinn nicht hinter. Ich finds einfach Stumpf. Nach 4 Stunden wurde uns das dann auch zu langweilig und wir sind wieder weggegangen. ;-)
Trotzdem waren in dem Park, in dem das ganze statt fand, die Hölle los. Überall Stände, tausende Leute, eine Masse, unglaublich. Es waren Regelrecht Staus auf den über 6 Meter breiten Wegen. Wenn man aus Itzehoe kommt, ist man sowas garnicht gewohnt ;-)

Und zum Abschluss dieser Ferien-Woche, wurden wir von einem Deutschen Ehepaar aus der Gemeinde zu einem schon fast traditionellem Feuer eingeladen, zu dem unter anderem auch der Pastor mit seiner Familie eingeladen war.
Das Grundstück von Manfred und Ingrid ist riesen groß. Wenn ich das Richtig verstanden habe, haben die beiden ein 7 Hektar großes Land. Und dieses Land liegt richtig genial in den Bergen. Nur 30 Minuten von Santiago entfernt und doch so anders. Selten sieht man so etwas schönes. Ich war hin und weg. Hätte ich Engel fliegen gesehen, ich hätte mich wie im Paradies gefühlt. ;-)
Weg von der Schwärmerei zu der Realität: Wir wurden super freundlich aufgenommen und haben dort zuerst Kuchen gegessen, Tischtennis gespielt, ich bin im Gebirge wandern gewesen und am Abend wurde dann über offenem Feuer gegrillt. Fast wie bei den Pfadfindern ;-)
Als es dann heute morgen an den Abschied ging, wurden uns auch gleich angeboten, vielleicht doch nochmal wieder reinzugucken. Wir würden wohl immer mit offenen Armen aufgenommen werden. Ich denke, das Angebot lässt sich durchaus annehmen ;-)

Und nach dieser durchaus schönen Woche werde ich ab morgen wieder frisch in den Kindergarten gehen. Ich bin gespannt, was für neue Herrausforderungen diese Woche an mich stellt. :-)

Entspannte Grüße
Mirko